Wir brauchen Eierstöcke!

Fünf Eier-Fakten, mit denen ihr an Ostern glänzen könnt

Text: Matthias Schrag
Foto: marqquin/unsplash

1. Klasse statt Masse!
Bei der Eier-Suche wird frau schnell fündig: Wo? Natürlich in den Eierstöcken! Dabei ist die verfügbare Anzahl an Eiern schon ab der Geburt festgelegt – sie gilt für das ganze Leben. Im Schnitt sprechen wir von 400.000 Eizellen bei der Geburt. Tausende davon verabschieden sich schon bis zur Pubertät, sodass frau zum Start der fruchtbaren Phase noch etwa 300 bis 500 bleiben. Durch den Eisprung gelangt die Eizelle vom Eierstock in den Eileiter und kann dort von Spermien befruchtet werden. Dieser Vorgang wiederholt sich mit jedem Zyklus – bis keine Eier mehr übrig sind. Und ganz recht, jetzt sind wir in den Wechseljahren angekommen. Bei Männern ist es übrigens ganz anders: Die Spermien werden ab der Geschlechtsreife täglich produziert, und zwar millionenfach. Wie soll frau da mithalten? Ganz einfach, mit Klasse statt Masse.   

2. Eier und Cholesterin
Wie viele Eier sind gesund und ab wann wird es zu viel des Guten? Lange Zeit hieß es, dass Eier den Cholesterinspiegel erhöhen. Fakt oder Mythos? Das haben wir den Ernährungsmediziner Matthias Riedl gefragt. Er sagt: „Die Vorstellung, dass das Cholesterin in den Eiern automatisch den Spiegel erhöht, hat sich als falsch erwiesen. Es kommt viel mehr darauf an, wie unser Cholesterinspiegel reguliert wird, also ob wir sonst gesund leben.“ Puh, Eier-Glück gehabt! Riedl zufolge könne man aus gesundheitlicher Sicht ruhig ein bis zwei Eier pro Tag verzehren – nur bei den Schokoeiern solltet ihr vielleicht etwas Zurückhaltung walten lassen! 

3. Das perfekte Frühstücks-Ei – eine Wissenschaft!
Vorweg: Um das perfekte weichgekochte Ei zu bekommen, sollte man es nicht eilig haben… Nichts mit viereinhalb oder sechs Minuten – Forschenden aus Neapel zufolge dauert das Ganze genau 32 Minuten! Ihre Methode nennen sie: periodisches Kochen. Denn eigentlich brauchen Eigelb und Eiweiß unterschiedliche Temperaturen, um innen wachsweich und außen schön fest zu werden: Eiweiß gart bei 85 Grad Celsius optimal, das Eigelb schon ab etwa 65 Grad.

Und so geht’s: In einem Kochtopf köchelt 100 Grad heißes Wasser, in einem zweiten steht 30 Grad warmes bereit. Das zimmertemperierte Ei wandert für zwei Minuten in das kochende Wasser, dann ebenso lang in das 30-Grad-Becken. In diesem Wechselbad-Rhythmus geht es weiter, bis insgesamt 32 Minuten um sind. Der Trick dahinter: Das Eiweiß wird mal heiß, mal kalt. Das Eigelb aber hat so eine relativ konstante Temperatur von 65 Grad. So wird das Dotter schön cremig, das Eiweiß schön fest. Ob sich der Aufwand lohnt? An Ostern hat man zumindest mehr Zeit als sonst. Plus: Analysen des Forschungsteams deuten darauf hin, dass im periodisch gekochten Ei mehr Mikronährstoffe stecken als im traditionellen. Also nichts wie ran an die Eier, äh, Töpfe! 

4. Mexiko ist Eier-Weltmeister
In Mexiko werden Statistiken zufolge weltweit die meisten Eier verzehrt. 2023 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 392 Eiern. Deutschland bewegt sich in dieser Tabelle im vorderen Mittelfeld. Aber auch hierzulande steigt der Eierverbrauch. Im vergangenen Jahr aß jede Person im Schnitt 249 Eier – in den Zahlen sind auch verarbeitete Eier in Eiprodukten inbegriffen.

5. Eier – gut fürs Gehirn? 
Eierkonsum könnte das Demenzrisiko senken: Wie eine neue Studie der University of Wolverhampton zeigt, erkranken Menschen, die täglich Eier essen, seltener an Demenz als jene, die nur gelegentlich oder gar keine Eier konsumieren. Der in Eiern enthaltene Nährstoff Cholin schützt demnach das Gehirn und kann demenzhemmend wirken. Allerdings: Teilnehmer:innen der Studie, die mehr als zwei Eier pro Tag aßen, hatten wiederum ein erhöhtes Risiko für Demenz.


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