
Lipödem
Sichtbarkeit, Verständnis und Zugang zu Versorgung für eine Erkrankung, die viel zu oft missverstanden wird.
Warum das Lipödem ein NEXXT LEVEL-Thema ist
Das Lipödem betrifft hunderttausende Frauen und bleibt dennoch oft unsichtbar. Zu selten wird die chronische Fettverteilungsstörung als solche frühzeitig erkannt und immer noch zu häufig als Übergewicht missverstanden. Viele Betroffene suchen jahrelang nach einer Diagnose, erleben Unsicherheit, starke Schmerzen und tiefgreifende Stigmatisierung. Das ist mehr als ein medizinisches Problem.
Es ist eine Frage von Sichtbarkeit
und Gerechtigkeit.
NEXXT LEVEL gibt Frauen mit Lipödem Sichtbarkeit und Stimme, zum Beispiel im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks.
Wir wollen:
- Verständnis fördern,
- Aufklärung stärken und
- den Zugang zu einer verlässlichen, leitliniengerechten Versorgung verbessern.
Dafür vernetzen wir Betroffene, Expert:innen und Entscheider:innen – mit Wissen, Haltung und Dialog. Unser Ziel: eine Gesundheitsversorgung, die Frauen mit Lipödem ernst nimmt und evidenzbasiert handelt. Sie wollen unsere Aufklärungsarbeit zum Lipödem unterstützen? Es gibt viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit – melden Sie sich hier .












Parlamentarisches Frühstück Lipödem
Um den Dialog zwischen Politik, Medizin und Betroffenen voranzubringen, hat NEXXT LEVEL gemeinsam mit medconference am 25. Juni 2026 zum parlamentarischen Frühstück nach Berlin eingeladen. Unter der Schirmherrschaft von Emmi Zeulner, MdB (CSU), diskutierten Expertinnen, Patientinnen und Entscheider:innen konkrete Wege zu einer besseren Versorgung.
Im Mittelpunkt standen vier Forderungen:
- mehr Bewusstsein für das Krankheitsbild,
- rechtliche Anerkennung durch die Aufnahme in die VersMedV,
- eine leitliniengerechte Therapie für alle Betroffenen und
- eine stärkere Forschung.
Das Ergebnis: Frauengesundheit gehört dauerhaft auf die politische Agenda – und das Lipödem muss darin sichtbar sein. Besonders deutlich wurde, dass Vernetzung und eine einheitliche Versorgungsstruktur notwendig sind – eine, die konservative und operative Therapie nicht gegeneinanderstellt, sondern patientenorientiert zusammenführt.







Hintergrundwissen Lipödem
Das Lipödem ist eine chronische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft. Sie zeigt sich durch symmetrische Fettansammlungen an Beinen und Armen. Rumpf, Hände und Füße bleiben unverändert. Ein Lipödem entsteht nicht durch falsche Ernährung oder Bewegungsmangel – es lässt sich auch durch Diät oder Sport kaum beeinflussen. Vom Lymphödem unterscheidet es sich durch seine beidseitige Verteilung und eine erhaltene Lymphfunktion.
Symptome, Stadien und Diagnosewege des Lipödems
Typische Anzeichen für ein Lipödem sind:
- Symmetrisch verdickte Beine oder Arme
- Spannungsgefühl
- Druckschmerzen
- Neigung zu blauen Flecken
- Zunahme der Beschwerden im Tagesverlauf
- Verschlechterung der Beschwerden bei Wärme oder langem Stehen
Fachleute unterscheiden drei Stadien: von einer glatten Haut mit weichem Gewebe bis hin zu deutlichen Hautverformungen und knotigen Fettlappen. Entscheidend ist: Das Stadium sagt wenig über die Schmerzintensität oder Einschränkung aus.
Die Diagnose basiert auf Anamnese und körperlicher Untersuchung. Bildgebende Verfahren helfen, andere Erkrankungen auszuschließen. Dennoch wird das Lipödem häufig erst spät erkannt, da es äußerlich leicht mit Übergewicht verwechselt wird und bislang keine klaren Laborwerte existieren.
Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene
Das Lipödem ist bis dato nicht heilbar, lediglich die Beschwerden lassen sich lindern. Zentrale Bausteine der Therapie sind Kompression mit flachgestrickten Strümpfen, Lymphdrainage bei Schwellungen und regelmäßige, gelenkschonende Bewegung. Ergänzend kann eine Liposuktion (Fettabsaugung) erwogen werden, deren Kostenübernahme unter bestimmten Voraussetzungen seit 2025 möglich ist.
NEXXT LEVEL setzt sich dafür ein, dass das Lipödem rechtlich anerkannt und in die Versorgungsmedizinische Verordnung aufgenommen wird – als Grundlage für eine leitliniengerechte, faire und für alle zugängliche Therapie.
