
Endometriose
Wissen, Sichtbarkeit und Unterstützung für eine Erkrankung, die oft viel zu spät erkannt wird.
Warum Endometriose ein NEXXT LEVEL Thema ist
Millionen Frauen leiden an Endometriose – doch im Verhältnis zu ihrer Häufigkeit erhält die Erkrankung noch immer zu wenig Versorgung, Aufmerksamkeit und Forschung. Starke Regelschmerzen gelten noch immer als „normal“, betroffene Frauen warten im Schnitt sieben bis zehn Jahre auf eine Diagnose. Die Folge: chronische Schmerzen, eingeschränkte Lebensqualität und das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Chronische Schmerzen
sind keine Normalität.
Für NEXXT LEVEL ist klar: Endometriose muss früh erkannt, ernst genommen und evidenzbasiert behandelt werden – in Medizin, Forschung und Gesellschaft gleichermaßen.
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Parlamentarisches Frühstück Endometriose:
Forderung nach verkürzter Diagnosezeit
Beim parlamentarischen Frühstück „Endometriose ist politisch!“ kamen am 28. Januar 2025 im Berliner Café Einstein rund 50 Teilnehmende aus Politik, Medizin, Forschung und Selbsthilfe zusammen. Im Mittelpunkt stand die zentrale Forderung: Die durchschnittliche Diagnosezeit von sieben bis zehn Jahren muss drastisch verkürzt werden.
Expertinnen wie Prof. Dr. Sylvia Mechsner, Prof. Dr. Mandy Mangler und Gynäkologin Dr. Nicole Mattern diskutierten gemeinsam mit Betroffenen über Wege zu früherer Erkennung, besseren Versorgungsstrukturen und mehr Forschung. Ein Ergebnis: Nur wenn Fachwissen früh vermittelt, Versorgung vernetzt und Zeit für Aufklärung honoriert wird, kann Endometriose endlich schneller diagnostiziert werden.
Kino-Event „Below the Belt“
Mit dem Kino-Event „Below the Belt“ rückte NEXXT LEVEL das Thema Endometriose ins Rampenlicht: Im Januar 2026 versammelten sich im Berliner Kino Delphi Lux mehr als 50 Gynäkolog:innen, Ärzt:innen und Interessierte, um die viel beachtete Dokumentation von Shannon Cohn – selbst ebenfalls an Endometriose erkrankt – zu sehen.
In der anschließenden Diskussion mit Expertinnen und Betroffenen wurde deutlich: Endometriose ist nicht nur eine medizinische, sondern eine strukturelle Herausforderung. Frühe Diagnosen, interdisziplinäre Therapien und mehr Zeit für Aufklärung müssen Standard werden. Der Abend zeigte, wie stark Frauengesundheit bewegt – und wie wichtig es ist, darüber zu sprechen.
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Hintergrundwissen Endometriose
Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst, beispielsweise an Eierstöcken, Eileitern oder im Bauchraum. Wichtig zu unterscheiden: Adenomyose, hier wächst solches Gewebe in die Muskelschicht der Gebärmutter. Beide reagieren hormonell und können Entzündungen, Verwachsungen und starke Schmerzen auslösen. Adenomyose kann gemeinsam mit Endometriose auftreten oder allein.
Die Schmerzen bei Endometriose sind:
- zyklusabhängig,
- können chronisch werden und
- auch Blase, Darm oder Fruchtbarkeit betreffen.
Endometriose ist mehr als „starke Regelschmerzen“. Es gibt Hinweise, dass bei Endometriose nicht nur lokale Entzündungen bestehen, sondern die Entzündungsaktivität im ganzen Körper erhöht ist. Dadurch steigt das Risiko für weitere entzündliche sowie Autoimmunerkrankungen. Daher wird Endometriose zunehmend als eine systemische Erkrankung diskutiert – also eine Erkrankung, die den ganzen Körper betrifft.
Endometriose beeinflusst das gesamte Leben der Betroffenen: physisch, psychisch, sozial und wirtschaftlich.
Die Diagnose ist herausfordernd: Symptome sind oft unspezifisch, bildgebende Verfahren nicht immer ausreichend. In vielen Fällen bleibt die Bauchspiegelung (Laparoskopie) diagnostische Referenz. Heterogene Versorgungsstrukturen, begrenzte Zeit in der Routineversorgung und fehlende Spezialisierung tragen zur Verzögerung bei. Bis eine klare Diagnose gestellt wird, vergehen im Schnitt sieben bis zehn Jahre. Für viele Betroffene eine jahrelange Odyssee zwischen Ungewissheit und Schmerz.
Wie wird Endometriose diagnostiziert?
Die Diagnose einer Endometriose ist komplex und erfordert Erfahrung. Zu Beginn steht eine ausführliche Anamnese: Ärzt:innen fragen nach Schmerzcharakter, Zyklusverlauf und Begleitsymptomen. Ein Ultraschall kann Hinweise geben, vor allem bei Zysten an den Eierstöcken, macht die Erkrankung aber nicht immer sichtbar. In vielen Fällen ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) notwendig, um Gewebeherde zu erkennen und sicher zu diagnostizieren.
Weil Endometriose selten so aussieht, wie Lehrbücher es zeigen, wird sie auch in der gynäkologischen Praxis oft übersehen. Spezialisierte Zentren und interdisziplinäre Teams spielen deshalb eine entscheidende Rolle. Ziel muss sein, die Diagnosezeit deutlich zu verkürzen, damit Betroffene nicht jahrelang mit ihren Schmerzen allein bleiben.
Welche Behandlungsmöglichkeiten
gibt es?
Endometriose ist bislang nicht heilbar und viele Betroffene leiden trotz Behandlung weiter unter starken Schmerzen und Einschränkungen des Alltags. Ziel jeder Therapie ist, Beschwerden zu lindern und Lebensqualität zurückzugeben.
Mögliche Therapieformen sind, je nach Ausprägung:
- Hormonelle Behandlungen
- Gezielte Schmerztherapien
- Operative Eingriffe
- Physiotherapie
- Ernährungsberatung
- Psychologische Begleitung
- Komplementäre Therapieformen
NEXXT LEVEL setzt sich dafür ein, dass Frauen mit Endometriose und Adenomyose eine frühere Diagnose, interdisziplinäre Therapien und mehr Zeit für Aufklärung erhalten. Endometriose ist kein Frauen- und Randthema, sondern gehört in die Mitte der Gesellschaft, Forschung und Ausbildung von Ärzt:innen.
Blogbeitrage, auf die verlinkt werden kann: Chronische Unterleibschmerzen
Quellen für uns als Infos:
Endometriose: Eine Ganzkörpererkrankung?
Symptome: Woran du Endometriose erkennst
